CFK und Textilbeton

Textilbeton ist ein künstlicher Verbundwerkstoff, der ähnlich dem Stahlbeton aus den zwei Komponenten Beton und Bewehrung besteht. Er eignet sich sowohl zur Herstellung neuer als auch für die Verstärkung bestehender Bauteile.

Als Beton kommen feinkörnige Betone mit einem Größtkorn von <= 2 mm sowie Normalbetone mit einem Größtkorn von <=8 mm zur Anwendung[1]. Wie im Stahlbetonbau auch wird die vergleichsweise geringe Zugfestigkeit des Betons durch zugfeste Bewehrung kompensiert. Bei Textilbeton werden technische Textilien, in der Regel Gelege, benutzt. Als Fasermaterial bewährt haben sich alkaliresistentes Glas (→ Glasfasern) und Carbon.

Textilbeton wurde seit Mitte der 1990er Jahre vornehmlich an den Universitäten in Dresden und Aachen entwickelt und im Rahmen zweier Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in seinen Grundlagen erforscht.[2] Der Begriff Textilbeton umfasst mattenartige Bewehrungen aus alkaliresistentes Glas und Carbon oder auch Basalt, jedoch keine stabförmigen Bewehrungen aus diesen Materialien. Im Gegensatz dazu umfasst der Begriff Carbonbeton mattenartige und stabförmige Bewehrungen aus Carbon, jedoch nicht alkaliresistentes Glas und Carbon.

Somit ist der Textilbeton weder ein Überbegriff noch eine Untergruppe des Carbonbetons. Beide Bereiche haben vielmehr eine Schnittmenge bei der mattenartigen Bewehrungen aus Carbon.[3]

Geschichte

Seit mehreren Jahrzehnten wird nach Alternativen zur korrosionsanfälligen Stahlbewehrung gesucht. Vor allem seit 1999 wurde die Entwicklung dieses neuartigen Werkstoffes in zwei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichen – SFB 528[4] (Schwerpunkt Verstärkung, Sprecher: Manfred Curbach) in Dresden und SFB 532[5] (Schwerpunkt neue Bauteile, Sprecher: Prof. Josef Hegger) in Aachen – vorangetrieben. Im Dresdner Sonderforschungsbereich lag der Fokus vor allem auf Möglichkeiten der Instandsetzung und Verstärkung von Massivbauwerken mit Textilbeton. An der RWTH Aachen stand der Einsatz von Textilbeton für neue Bauteile im Vordergrund der Forschung. Mit Hilfe von Zulassungen im Einzelfall wurden schon während der Laufzeit der Sonderforschungsbereiche erste Praxisprojekte verwirklicht. Die Umsetzung in die Praxis entlang der gesamten Prozesskette – vom Werkstoff bis zum fertigen Bauteil – wird seit 2014 in Deutschlands größtem Forschungsprojekt im Bauwesen „C³ – Carbon Concrete Composite“ weitergeführt. Das C³-Projekt wird mit 45 Millionen Euro Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderinitiative Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation unterstützt und hat über 160 Mitglieder (Stand April 2019).[6]

Inzwischen gibt es zahlreiche zugelassene Textilbetonprodukte, Praxisprojekte und Interessenverbände, wie den TUDALIT e. V.[7], den Texton e. V.[8] oder auch die Abteilung CC BAU des CC e. V.[9]

Wikipedia

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